Ewiger Streit um die Svíčková

Die Svíčková gehört zu den traditionellsten Essen in Böhmen bzw. Tschechien. Wer immer an tschechisches Essen denkt, denkt zwangsläufig an den unvergleichlichen Lendenbraten. Kein Wunder, dass sich bis heute die Regionen Tschechiens (und auch noch ein paar Österreicher) um das eine, das wahre Rezept für die Svíčková streiten.

Wenzel SvickovaDer große Streitpunkt neben der Soßen-Zubereitung ist die Frage, welches Stück vom Rind es denn sein soll. Denn einerseits wird die Svíčková typischerweise aus einem Stück Lende gemacht, andererseits empfinden viele Kenner den Lendenbraten als zu schade für langes Dünsten – ein Streit, der wohl nie geklärt werden wird.

Auch um den Namen rankt sich ein Streit. Kam sie zu ihrem Namen, weil sie früher meist in der Dunkelheit bei Kerzenschein gegessen wurde? (Das tschechische Wort für Kerze ist Svíce bzw. Svíčka) Oder bezeichnet der Name doch eher die rundgerade Form? Wir favorisieren ja eindeutig die erste Geschichte 🙂

Gereicht wird der Braten mit einer sämigen Sahnesauce (Svíčková na smetaně), die mit passiertem Gemüse, das vorher zum Fleischeinlegen diente, angereichert ist. Ein Fakt, der z.B. den als exquisite Sauciere bekannten Franzosen gegen den Strich geht: Von wegen ein, zwei Tröpfchen Sahnesauce. Eine echte Svíčková darf – und muss auch – schwimmen!